Stolperfalle versteckte Kosten beim Fliegen: Worauf Sie beim Buchen und Fliegen achten sollten

Das preisgünstige und einfache Buchen von Flügen im Internet hat in der heutigen Zeit immer mehr Einzug genommen.
Verständlicherweise wittern Airlines und Reiseanbieter durch das Internetgeschäft ihre Chancen und zeigen wenig Interesse, die eigenen Preise transparent zu gestalten. Die angegebenen Preise und unglaublichen Angebote beziehen sich oft nur auf den reinen Flug, ohne zusätzlichen Service und Gebühren. Die Kunden werden mit Billigpreisen angelockt aber dann fallen Schritt für Schritt zum Teil horrende Zusatzkosten im Verlauf der Buchung, am Abflughafen oder Ladeflughafen an.

Von der Stiftung Warentest wurden Reiseanbieter, Preisvergleiche und Fluglinien im Internet verglichen und genauer unter die Lupe genommen wobei besonders Fluege.de immer wieder für Ärger sorgte. Die Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest werfen den Reiseanbietern Abzockmethoden vor, da diese eindeutig auf die Unachtsamkeit und Unwissenheit der Kunden setzen.

Im Anschluss finden sie einige Hilfestellungen um den Überblick zu behalten und zu vermeiden dass das vermeintliche Preisschnäppchen mit einem teuren Erwachen endet.

1. Bestimmte Zahlungsmethoden erhöhen den Flugpreis

Bereits bei der Online-Buchung von Flugreisen kann es zu der ersten Hürde was die Kostenfallen angeht kommen. Nicht jede vom Anbieter angebotene Zahlungsart ist kostenlos und viele Airlines und Portale reichen die Gebühren für die Bezahlung direkt an die Kunden weiter.
Je nach vom Kunden gewählter Bezahlart schlagen die Fluggesellschaften bzw. die Reiseanbieter 20 € und zum Teil bis zu 40 € auf den ursprünglich angegebenen Preis auf.
Die Stiftung Warentest geht davon aus, dass viele Kunden die zusätzlichen Gebühren bei der Buchung besonders auf überfrachteten Internetseiten wie Fluege.de, Bravofly, eDreams.de und Opodo übersehen.
Einige Fluggesellschaften, auch die meisten der sogenannten „Billigflieger“, bieten ihren Kunden mittlerweile kostenfreie Zahlungsvarianten, wie zum Beispiel Online-Bezahldienste an, die eine zusätzliche Registrierung erfordern oder besondere Kreditkarten, wie zum Beispiel die virtuelle Visa Entropay, die kaum verbreitet sind.

2. Extrakosten für Zusatzleistungen, Sitzplatzreservierung etc….

Während der Online-Buchung eines Fluges bieten viele Reisebüros oder Fluggesellschaften die Option an, eine Reiserücktrittsversicherung dazu zu buchen oder einen Sitzplatz kostenpflichtig zu reservieren. Grundlegend ist diese Vorgehensweise erlaubt, jedoch nutzen viele Fluggesellschaften dies unter Zuhilfenahme eines Tricks aus, um die Fluggäste in die Kostenfalle zu drängen.
Auf der Online-Bestellseite ist das Optionskästchen für Zusatzleistungen bereits mit einem Häkchen aktiviert. Wird dieser nicht vom Buchenden erntfernt, wird der Flug im weiteren Verlauf der Buchung teurer.
Gemäß einer EU-Verordnung muss der Endpreis inklusive aller zusätzlichen Kosten von den Anbietern kenntlich gemacht werden, die eben beschriebene Praxis ist somit eigentlich seit 2012 gesetzeswidrig.
Verbraucherschützer empfehlen in diesen Fällen, dass die Reisenden zur eigenen Sicherheit und zur eventuellen nachträglichen Beweisführung, Screenshots von der Online-Buchung zu machen.

3. Handgepäck & versteckte Kosten

Zu Nachzahlungen oder versteckten Kosten beim Flug kann es auch durch das mitgeführte Handgepäck kommen.
Jede Fluglinie hat eigene Bestimmungen was die Maße, das Gewicht und die Anzahl der erlaubten Handgepäckstücke angeht. Meist liegt das maximal erlaubte Gewicht zwischen 6 kg & 12 kg. Einige Fluggesellschaften wiegen das Handgepäck vor dem Flug und versehen es mit einem Etikett.
Bei Nichteinhaltung der festgelegten Maße und des maximalen Gewichts können Strafzahlungen anfallen, oder das Gepäckstück muss kostenpflichtig als normales Gepäckstück eingecheckt und natürlich nachbezahlt werden.
Um böse Überraschungen hierbei zu vermeiden ist es empfehlenswert, wenn sie sich vorab auf der Internetseite ihrer gebuchten Fluggesellschaft über die Handgepäckbestimmungen informieren und sie sich peinlichst genau an diese Vorgaben halten.

4. Die Gepäckaufgabe als Kostenfalle

Ein Viertel der Gesamtkosten im Flugverkehr macht der Kerosinverbrauch aus. Jedes Zusätzliche Kilo mit welchem ein Flieger beladen wird, erhöht somit den den Kerosinverbrauch und erhöht die Kosten für die Airlines. Diese Mehrkosten geben die Airlines als Gepäckgebühren in direkter Linie an den Fluggast weiter.
Für bei der Flugbuchung im Voraus gebuchte Gepäckstücke fallen je Gepäckstück zwischen 15 € und 35 € an.
Wird aber erst am Schalter beim Abflug ein Gepäckstück angemeldet, evtl weil ein Handgepäckstück nicht den vorgegebenen Maßen und Gewicht entspricht, liegen die Kosten dafür wesentlich höher.

Dazu ein paar anschauliche Beispiele:

Ryanair:
Ein Koffer mit 15 kg kostet in der Nebensaison bei Voranmeldung im Internet je nach Flug 15 € bis 20 €
Wir der gleiche Koffer erst am Schalter beim Abflug eingecheckt, also ohne Voranmeldung, zahlt man 30 € bis 40 €

Easyjet:
Für einen Online gebuchten Koffer mit bis zu 20kg fallen Kosten zwischen 14 € und 27 € an. Wird der Koffer erst am Schalter angegeben schon 35 €, und am Gate, weil z.B. die Handgepäckbestimmungen nicht eingehalten wurden, sind schon 55 € fällig.

KLM:
Die holländische Fluggesellschaft verlangt bei Voranmeldung des Gepäckstücks in der Economy-Klasse auf innereuropäischen Flügen für Koffer bis 23 kg 15 Euro. Bei der nachträglichen Gepäckaufgabe am Flugschalter kostet ein Koffer dann 30 Euro.

Einige Fluggesellschaften bieten ihren Kunden bei allen Flügen den kostenlosen Gepäckmitnahmeservice an, manchmal ist auch je nach gebuchtem Flug-Tarif die Mitnahme eines Gepäckstücks inklusive. Damit hierbei keine überraschenden Kosten auf sie zukommen, können sich Fluggäste auf der Internetseite der Airlines nach den jeweiligen Bestimmungen erkundigen.

5. Extrakosten für die Verpflegung während des Flugs

Airlines nutzen im erbitterten Kampf um Fluggäste jede Möglichkeit der Kosteneinsparung. Ein Faktor hierbei ist die Bordverpflegung.                   In der Regel erhalten die Fluggäste an Bord mittlerweile keine kostenlose Verpflegung mehr und müssen entweder auf das Essen verzichten, oder tief in die Taschen greifen. Der zusätzliche Essens- und Getränkeservice ist mit zusätzlichen Kosten für den Fluggast verbunden.
Ein Kaffee kostet meist um die 3 €, ein Sandwich oder Hotdog etwa 5 €. Auch komplette Menüs können Fluggäste ab 10 € aufwärts zum Flug dazu buchen. (Dieser Service ist meist nur bei Vorausbuchung nutzbar)
Viele Airlines erlauben jedoch das Mitbringen von Essen und Getränken von Zuhause oder aus dem Transitbereich, also Lebensmitteln (vor allem Getränke), die nach der Sicherheitskontrolle gekauft wurden. Dadurch können versteckte Kosten beim Fliegen ohne Probleme vermieden werden.

6. Weite Entfernung des Ankunftflughafens von Städten

Viele der sogenannten „Billig-Airlines“ nutzen die Möglichkeit die hohen Flughafengebühren an den großen Airports einzusparen, indem sie kleinere Flughäfen anfliegen, die zu Teil sehr weit von den Metropolen entfernt sind.
Die Folge daraus ist, dass der Flug zu bestimmten Zielen zwar sehr günstig ist, aber Zusatzkosten für den Transfer vom Flughafen zur jeweiligen Stadt anfallen.

Beispiel:
Der Flughafen London Stansted ist etwa 60 Kilometer vom Zentrum Londons entfernt.
Flugreisende die einen günstigen Flug nach London Stansted gebucht haben, müssen zusätzliche Kosten für denTransfer nach London und am Ende des Aufenthalts wieder zurück zum Flughafen in Kauf nehmen.
Die Hin- und Rückfahrt mit der „Standstedexpress“- Zuggesellschaft nach London und zurück zum Airport kostet etwa um die 40 Euro pro Person und nimmt etwa 50 Minuten in Anspruch.
Unser Tipp: Buchen Sie übers Internet bereits im Voraus das Zugticket, um von den Frühbucher-Preisen zu profitieren.

Zusammenfassung der versteckten Kosten beim Fliegen & Tipps zur Vermeidung

  • Reisende sollten sich genügend Zeit für die Buchung nehmen und die Angebote im Hinblick auf mögliche Kostenfallen und Zusatzkosten überprüfen
  • Wer direkt bei den Fluggesellschaften bucht, hat selten Zusatzkosten zu fürchten. Hier liegen die Fallstricke aber bei den Extras. Teilweise ist bei den Angeboten nur Handgepäck inklusive – Koffer, Getränke und Snacks kosten extra.
  • Stehen mehrere Zahlungsarten zur Auswahl, dann sollte eine kostenfreie Variante verwendet werden
  • Um versteckte Kosten beim Fliegen zu vermeiden, sollten sich Urlauber genau über die Handgepäck- und Gepäckbestimmungen der jeweiligen Airline informieren
  • Die Extragebühren bei Umsteigeverbindungen können durch Direktflüge leicht vermieden werden
  • Essen an Board vermeiden oder selbst mitbringen

Sollte es dennoch zu einem Zwischenfall vor der Flugreise kommen, sind generell die Airlines der erste Ansprechpartner und stehen ihren Kunden über eine Hotline zur Verfügung. Zu Problemen kommt es wenn sie sich bereits im Ausland befinden, denn dann sind die dafür anfallenden Telefon-Gebühren häufig extrem hoch.

Hier setzen mittlerweile viele Flug-Anbieter auf ihre Twitter-Profile und bieten kostenlose Hilfe über das Soziale Netzwerk etwa bei Fragen zur Buchung an. In 140 Zeichen schildert der Betroffene sein Problem und schickt dies an das jeweilige Twitter-Konto und erhält nach kurzer Zeit eine Rückantwort und Hilfestellung.

Ryanair: https://twitter.com/Ryanair; Hotline: 0180 5566200 (0,14 Euro pro Minute für Anrufe aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunktarif 0,42 Euro pro Minute)

Easyjet: https://twitter.com/easyJet; Hotline: 01806 – 06 06 06 (0,20 Euro pro Minute aus dem Festnetz; Mobilfunk 0,60 Euro pro Anruf)

KLM: https://twitter.com/KLM; Hotline: 069 867 98 106 (0,20 Euro pro Minute aus dem Festnetz; Mobilfunk 0,60 Euro pro Anruf)

Air Berlin: https://twitter.com/airberlin; Hotline: 030 34 34 34 34 (zum Ortstarif in Berlin; gratis mit nationaler Telefon-Flatrate)

Germanwings: https://twitter.com/germanwings; Hotline: 0180 6 320 320 (0,20 Euro pro Minute aus dem Festnetz; Mobilfunk 0,60 Euro pro Anruf)

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